Cava Geschichte

Geschichte

1872 begann Josep Raventós i Fatjó auf dem Weingut Can Codorníu in der Region des Penedès mit der Erzeugung von Schaumwein nach der Flaschengärungsmethode und legte somit den Grundstein zur Produktion von Cava.

Häufig wird José Raventós als Erfinder des spanischen Schaumweins genannt, der in Sant Sadurní d’Anoia in der heutigen D.O. Penedès im Jahre 1872 angeblich erstmals einen Schaumwein produzierte. Hier widersprechen sich jedoch die Aufzeichnungen. 1850 stellte Antoni Gali Comas bereits einen Schaumwein her. Darüber hinaus wird auch Luis Justo y Villanueva (1834–1880) genannt, Labordirektor des Landwirtschaftlichen Instituts Institut Agrícola Català de Sant Isidre, der die Flaschengärungsmethode untersuchte und lehrte. 1872 wurden bei einem Wettbewerb in Barcelona von dreien seiner Schüler Schaumweine präsentiert. Tatsache ist jedoch, dass Josep Raventós als Oberhaupt des Betriebes Codorníu als erster den Schaumwein aus den heutigen Standard-Sorten ParelladaXarel·lo und Macabeo herstellte und als erster 1879 auf den Markt brachte.

Damals wurde der Schaumwein nach seinem großen Bruder, dem französischen Champagner (katalanisch Xampàn und spanisch Champána) genannt. 1986 erfolgte der EU-Beitritt Spaniens. So musste man aus rechtlichen Gründen einen neuen Namen verwenden, denn die Bezeichnung „Champagner“ durfte nicht mehr benutzt werden.

In Spanien unterscheidet man zwischen (la) Cava und (la) Bodega – beides bedeutet „Kellerei“, eine Bodega ist jedoch meist ein einfaches, ebenerdiges Gebäude, während eine Cava immer unterirdisch angelegt wird, da der Schaumwein während der Hefelagerung am besten unter kühlen Temperaturen reift und dies ursprünglich unterirdisch am einfachsten zu bewerkstelligen war. Die Winzer nannten in der Folge ihre oberirdisch erzeugten Produkte Bodega-Weine und die unterirdisch erzeugten Schaumweine Cava.

Seit 1986 ist Cava mit der Qualitätsbezeichnung Denominació d’Origen Cava (auf Katalanisch) bzw. Denominación de Origen Cava (auf Spanisch), geschützt – DO Cava bedeutet in diesem Fall somit keine Herkunftsbezeichnung aus einer bestimmten Region, sondern den Hinweis auf die Qualität Cava. In den Korken eines echten Cava ist ein Stern eingebrannt. Die übrigen Schaumweine (die sich nicht Cava nennen dürfen) werden als Fermentació en ampolla bzw. „Fermentación en botella“ bezeichnet.

Für weiße Cavas sind die Sorten Parellada, Xarel·lo, Macabeo (Viura), Subirat (Malvasia Riojana), Chardonnay und seit Mai 2007 auch Pinot Noir, sowie für Rosados Monastrell und Garnacha Tinta zugelassen.[1]

Herstellung/Orte

 
Rüttelpult in einer Cava

Insgesamt 159 Gemeinden in Spanien sind für die Produktion von Cava zugelassen. Für ihn gelten vergleichbare Anforderungen wie für den Crémant oder Champagner aus Frankreich. Er wird nach dem Flaschengärverfahren aus den weißen Rebsorten Xarel·lo, Macabeo, Parellada, also als Blanc de Blancs, aber auch aus Chardonnay-Trauben sowie Garnatxa, Monastrell, Trepat und Pinot Noir hergestellt. Die kräftige und zuckerreiche Xarel·lo gibt dem Wein Körper und Alkohol, Parellada sorgt für die Eleganz und Macabeu sorgt mit den typischen Aromen von Apfel für die Fruchtigkeit. Die minimale Lagerdauer auf der Hefe beträgt für alle Cavas neun Monate, für Cavas mit Jahrgangsangabe zwei Jahre. Die Gran Reservas lagern mindestens 30 Monate auf der Hefe. Zu den Bestimmungen gehört auch, dass der Alkoholgehalt zwischen 10,8 und 12,8 Vol.-%liegt, in Spanien mit Grad (°) bezeichnet.

96 % der Cavaproduktion findet in der Weinbauregion Penedès westlich von Barcelona statt. Die großen Kellereien FreixenetCodorníuJuvé y CampsMarqués de MonistrolSegura Viudas und Josep Masachs befinden sich bei der Stadt Sant Sadurní d’Anoia, etwa 50 Kilometer westlich von Barcelona und können teilweise auch besichtigt werden. Der auf Kreidefelsen gebaute Ort verfügt über zahlreiche Reifekeller. Mehr als 200 Cava-Hersteller haben dort ihre Heimat. In den großen Kellereien transportieren kleine Bahnen die Trauben und die Flaschen auf Schienen unter der Erde.